TRAUER & VERLUST 

-  THANATOPSYCHOLOGIE -

 

DIE PSYCHOLOGIE DES TODES

 

„Was zählt ist weder mein Tod noch der Ihre,

sondern der Tod dessen, den wir lieben“

(Marcel, 1961)

 

 

Die Thanatopsychologie (die Psychologie des Todes) beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen in Bezug auf die Themen der eigenen Sterblichkeit, unheilbare Krankheiten, Sterben von Angehörigen, Angst vor dem Tod und Trauer. 

 

Hier bietet die Psychologie fachliche Hilfestellung im Umgang mit dem eigenen Erleben, Empfinden, Verhalten und Handeln in Anbetracht von Tod und Trauer.

 


 

PSYCHOLOGISCHER SCHWERPUNKT DER THANATOPSYCHOLOGIE

 

Akutbetreuung bei Verlusterlebnissen

Plötzliches Verlusterlebnis

 

Trauerarbeit (Myroagogie)

Trauer ist intim.  Die Trauerarbeit ist ein psychologisches Nachsorgeangebot für Hinterbliebene.
In der Trauerbegleitung  geht es um die ganz persönliche Auseinandersetzung mit Verlusterlebnissen & Verabschiedungsritualen.
Trauer ist keine Krankheit, doch sie kann die Seele krank machen, wenn wir ihr keinen Ausdruck verleihen.
Im Laufe des Lebens werden wir oft aufgefordert loszulassen, Trennungen zu akzeptieren und zu verkraften.
Durch die Trauerarbeit können physische und seelische Symptome gelindert  werden.
 

 Persönliche Anmerkung zum Thema Tod und Sterben

 

In der heutigen Schnelllebigkeit wird der eigene Tod oft aus dem Bewusstsein gedrängt und dabei die Chancen und Möglichkeiten einer geistigen und seelischen Entwicklung vergessen. Erst durch den Verlust von nahestehenden Personen steht der Mensch in forcierender Weise im Leben. Es macht den Anschein, als definiere der Tod zwischenmenschliche Beziehungen. Mit „ihm“ erlangt das Ausmaß an Liebe, Zugehörigkeit, Sehnsüchten und Lebenszufriedenheiten neue Dimensionen. Mit einem Satz schrieb Sir Peter Ustinov: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen“. Bei all den Urteilen über den Tod wird dem Leben die bewundernswerte Vollständigkeit entzogen. „Der Tod darf seinen Schrecken bewahren, und er hat ihn auch“ (Staudacher, persönl. Mitteilung, 14.05. 2009), weil der Mensch ohne Zweifel ein vergängliches Produkt der Natur darstellt. Während im Laufe des Lebens, teilweise definiert durch den sozialen Status in der Gesellschaft, nach individueller Einzigartigkeit gestrebt und fortlaufend versucht wird, sich von der Masse zu unterscheiden, ist es der Tod, der die Menschen am Ende des Lebens wieder zu Gleichgestellten macht.

(J. Desalla, 2010)


 - Herman Hesse -

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht,

blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch

und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen.

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen.

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegen senden. 

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...        

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!